
Die gesunde Brust einer reifen Frau besteht aus Drüsen-, Fett- und Bindegewebe. Ihre wichtigste Funktion ist die Herstellung von Muttermilch zur Ernährung des Neugeborenen. Die Struktur der milchproduzierenden Zellsysteme in der Brust ist wie ein Bündel Trauben vorstellbar. Die Trauben entsprechen den in Gruppen angeordneten milchausscheidenden Drüsenläppchen (Lobula), während die „Traubenstiele“ die so genannten Milchgänge (Ductuli) sind. Ihre Aufgabe ist es, die Milch von den Drüsen zur Brustwarze zu transportieren. Drüsen und Milchgänge sind in das Fettgewebe eingebettet, das der Brust ihre Form und Weichheit verleiht. Die Brust selbst hat keine Muskeln, liegt aber auf dem großen Brustmuskel (Musculus pectoralis major) auf, der sich vom Brust- und Schlüsselbein bis zu den Schulterknochen zieht. Der Drüsenkörper ist bei allen gleichaltrigen Frauen etwa gleich groß. Die Größe der Brust wird hauptsächlich durch den Fettanteil bestimmt. Deshalb sagt die Größe der Brüste nichts über die Fähigkeit aus, stillen zu können.
Ein Netzwerk von Blutgefäßen versorgt das Brustgewebe mit Hormonen und Nährstoffen. Während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft und sexueller Erregung werden diese Blutgefäße prall gefüllt und verfestigen die Brust. Die Brust unterliegt im monatlichen Wechsel zyklischen Veränderungen, die als Antwort auf wechselnde Hormonspiegel auftreten. Durch Östrogen und später auch Gestagen wird die Brust infolge von vermehrter Wassereinlagerung und stärkerer Blutfülle etwas verfestigt; die Brustdrüsen schwellen dabei an und vermehren die Zahl ihrer Zellen. Diese Veränderungen dienen im Prinzip der Vorbereitung auf die Schwangerschaft und die ihr folgende Milchproduktion. Findet keine Eibefruchtung statt, bilden sich die Schwellungen und die anderen Veränderungen jeweils mit dem Beginn der Monatsblutung zurück.
Wenn sich diese Zyklen über einige Jahre wiederholt haben, entwickeln manche Brüste ein verschieden starkes Ausmaß an „Knotigkeit“. Die hierbei entstehenden Knoten bestehen aus Bindegewebe und kleinen Zysten, man nennt sie daher fibrozystische Brustveränderungen (fibrozystische Mastopathie). Kurz vor der Monatsblutung sind die Knoten am stärksten ausgeprägt und können in der Brust ein erhebliches Spannungsgefühl hervorrufen. Die fibrozystischen Brustveränderungen verschwinden in der Regel nach der Menopause, können aber bei Frauen bestehen bleiben, die östrogenhaltige Medikamente einnehmen oder in ihren Nebennieren weiterhin große Mengen von Geschlechtshormonen produzieren. Diese gutartigen Veränderungen lassen sich in der Regel von bösartigen Knoten unterscheiden, da sie mit dem menstruellen Zyklus an- und abschwellen und sich zudem für den Erfahrenen etwas anders anfühlen als ein echter Brusttumor oder Brustkrebs.
Durch kleine Gefäße, die man Lymphgänge nennt, werden der Brust überschüssige Flüssigkeiten und darin gelöste Verunreinigungen entzogen. Sie verlaufen im Wesentlichen in zwei Richtungen: Lymphgänge zwischen Schulter und Brustwarze führen einerseits zu den Lymphknoten in der Achselhöhle; Lymphgänge zwischen den beiden Brustwarzen führen andererseits zu den Lymphknoten an den Seiten des Brustbeins, die unter den Rippen liegen.
Das lymphatische System ist ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems unseres Körpers. Die Lymphknoten enthalten einen besonders hohen Anteil an weißen Blutkörperchen. Lymphknoten sind Filterstationen, in denen körperfremde Substanzen und Organismen wie Bakterien, Viren und Tumorzellen usw. abgefangen werden.

Das Erscheinungsbild der Brust ist bei jeder Frau anders. Größe, Form und Hervorstehen der Brustwarzen, des Warzenhofes (Areola) sowie der Montgomery-Drüsen (Talgdrüsen im Bereich der Brustwarze, die manchmal wie Pickel aussehen) sind allesamt individuell sehr verschieden ausgeprägt. Die Brust verändert sich zudem auch mit den verschiedenen Lebensphasen der Frau.
Jede Frau sollte sich mit den besonderen Eigenschaften und den Veränderungen ihrer Brüste – insbesondere aber auch mit den Veränderungen während des monatlichen Zyklus – vertraut machen. Dies hilft ihr bei der Beurteilung von Veränderungen und dem Wahrnehmen von Auffälligkeiten.
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